Nächste Woche ist wieder Black Friday. Und schon jetzt läuft die Rabattschlacht auf Hochtouren. Mein E-Mail-Postfach quillt über mit „70% Rabatt, nur noch 24 Stunden!“, „Mega-Deal – letzte Chance!“ und „Nie wieder so günstig!“.
Coaches, Online-Marketer, Kursanbieter, alle schreien sie durcheinander. Und weißt du, was ich mache? Nichts. Kein Rabatt auf meinen KI-Produktdetektiv. Kein „Launch-Special“ für mein Buch. Keine „exklusive Black Friday Aktion“.
Warum? Weil gute Produkte ihren Preis haben. Punkt.
Und wenn dir das nicht passt, dann kauf halt woanders.
Die Rabatt-Epidemie im Online Business
Black Friday ist nur das Symptom eines viel größeren Problems: Die permanente Rabattschlacht im Online Business hat sich verselbstständigt. Es geht längst nicht mehr um einen Tag im November. Es geht um eine Mentalität, die sich durch die gesamte Branche zieht.
„Nur noch heute 50% Rabatt!“ „Countdown läuft, nur noch 3 Stunden!“ „Letzte Chance, morgen wieder Vollpreis!“
Und in vier Wochen? Genau dasselbe Theater. Neuer Anlass, gleiche Masche. Weihnachten, Neujahr, Valentinstag, Ostern, irgendein Grund für Rabatte findet sich immer.
Die Wahrheit ist: Wenn jemand ständig Rabatte gibt, war der Originalpreis von Anfang an überteuert. Oder das Produkt ist es nicht wert. Oder beides.
Warum ich da nicht mitmache
Ich habe dieses Jahr mein erstes digitales Produkt gelaunched: Den KI-Produktdetektiv. Ein SaaS-Tool, das Marketing-Versprechen von KI-Produkten analysiert und mit einem Ampelsystem bewertet. Ich habe das komplett selbst entwickelt. Selbst programmiert. Wochen und Monate Arbeit.
Der Preis: 47 Euro.
Und ehrlich gesagt? Das ist eigentlich viel zu günstig für das, was ich da reingesteckt habe. Im Bestellformular steht nicht umsonst „Statt 97 Euro jetzt 47 Euro“. Das ist kein Marketing-Trick. Das ist der realistische Wert meiner Arbeit.
Und dabei bleibt es. Keine Black Friday Aktion. Kein Weihnachts-Special. Keine „Nur-für-Newsletter-Abonnenten“-Rabatte.
Warum? Weil ich dem Tool einen fairen Preis gegeben habe. Einen Preis, der meine Arbeit widerspiegelt. Einen Preis, den das Produkt wert ist. Und wenn ich dann am Ende des Jahres plötzlich „70% Rabatt!“ schreie, was sage ich damit über meinen eigenen Originalpreis?
Dass ich die Leute verarscht habe.
Genau dasselbe gilt für mein Buch „Aufgeben? Keine Option! Wie du Rückschläge nutzt, um dein Leben neu zu gestalten“. Das Buch hat einen regulären Buchpreis. Keine Launch-Aktion. Keine „Sei schnell, bevor der Preis steigt“-Spielchen.
Ich könnte mein Buch bei Amazon auch für ein paar Tage kostenlos anbieten. Mache ich aber nicht. Warum? Weil Geschenke etwas Besonderes sind. Die mache ich zum Geburtstag. Zu Weihnachten. Oder für Menschen, die ich besonders schätze.
Aber nicht als Marketing-Masche nach dem Motto „Hol dir jetzt dein Gratis-Exemplar!“ Das wäre billig. Und würde den Wert des Buches in den Dreck ziehen.
Und weißt du was? Es funktioniert. Weil Menschen, die Qualität schätzen, auch bereit sind, dafür zu bezahlen.
Die Discounter-Mentalität der Käufer
Jetzt kommt natürlich die Frage: „Aber Micha, würdest du nicht mehr verkaufen mit Rabatten?“
Vielleicht. Kurzfristig.
Aber ich will keine Kunden, die nur kaufen, weil’s gerade im Angebot ist. Ich will keine Schnäppchenjäger, die beim nächsten Rabatt zur Konkurrenz wechseln. Ich will Menschen, die verstehen, dass gute Arbeit ihren Preis hat.
Die Discounter-Mentalität hat sich tief ins Online Business gefressen:
- „Kann ich das nicht günstiger haben?“
- „Gibt’s da keinen Rabattcode?“
- „Ich warte noch auf den nächsten Sale.“
Woher kommt das?
Das ist nicht neu. Wir Deutschen sind dafür ja bekannt. Früher gab es Sommer- und Winterschlussverkauf. „Alles muss raus!“ Alle sind da wie verrückt losgerannt und haben geglaubt, sie machen ein Schnäppchen.
Aber, und das ist der entscheidende Unterschied, damals ging es darum, Ladenhüter loszuwerden. Ware, die monatelang im Regal lag. Die niemand zum Vollpreis wollte. Die musste raus, bevor die neue Kollektion kam.
Das Online Business hat diese Rabatt-Mechanik übernommen, aber ohne den ursprünglichen Grund. Es gibt keine „Ladenhüter“ bei digitalen Produkten. Ein Online-Kurs, ein E-Book, ein SaaS-Tool, das liegt nicht im Lager und verstaubt.
Trotzdem wird so getan, als müsste man „alles raushauen“. Black Friday, Cyber Monday, Weihnachten, Neujahr, ständig irgendwelche „Schlussverkäufe“ für Produkte, die nie ablaufen.
Und genau diese Mentalität wird von der Branche selbst gezüchtet. Durch permanente Rabattaktionen konditionieren sie die Leute darauf, nie den vollen Preis zu zahlen. Warum auch? In zwei Wochen gibt’s sowieso wieder 50% Nachlass.
Das Ergebnis? Produkte, die ihren Wert verlieren. Kunden, die nur noch auf den nächsten Deal warten. Und Anbieter, die in der Rabattspirale gefangen sind.
Die Fake-Mentalität: Wenn du dich selbst betrügst
Und weißt du, was zu dieser Discounter-Mentalität dazugehört? Die Fake-Mentalität.
Leute, die sich gefälschte Sonnenbrillen kaufen. Fake-Klamotten. Fake-Schmuck. Irgendwelche Marken-Kopien. Warum? Um zu zeigen, dass sie „dazugehören“. Um mehr zu sein, als sie sind.
Aber genau das ist das Problem: Wenn du dir Fake-Klamotten kaufst, gibst du deinem Gehirn unbewusst die Botschaft, dass du dir das Original nicht leisten kannst.
Du sagst dir unbewusst: „Ich bin nicht gut genug für das Original. Ich bin nicht erfolgreich genug. Ich verdiene das nicht.“
Unbewusst. Denn wenn du dir das bewusst machen würdest, würdest du dir den Fake gar nicht erst kaufen. Dann würdest du verstehen, was das mit dir macht.
Du wertest dich selbst ab. Ohne es zu merken.
Und statt zu überlegen: „Was muss ich tun, damit ich mir das Original leisten kann?“ – kaufst du die Fälschung. Du täuschst dich selbst. Du täuschst andere. Und du bleibst genau da, wo du bist.
Robert Kiyosaki hat das auf den Punkt gebracht: „Arme Menschen sagen: „Das kann ich mir nicht leisten.“ Reiche Menschen fragen: „Wie kann ich mir das leisten?“
Und genau das ist der Unterschied.
Meine Haltung: Wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann lasse ich es. Aber ich kaufe mir nicht den Fake. Ich frage mich: Was muss ich tun, damit ich mir das Original leisten kann? Und wenn die Antwort ist: „Nichts, weil ich es nicht wirklich brauche“, dann brauche ich auch den Fake nicht.
Das Gleiche gilt fürs Online Business. Leute, die eigentlich ein gutes Tool, ein gutes Coaching, ein gutes Produkt brauchen, aber nur den Billig-Abklatsch kaufen wollen. Oder eben warten, bis es „70% Rabatt“ gibt.
Entweder du schätzt den Wert, oder du lässt es bleiben. Aber hör auf, dich selbst zu belügen.
„Das kann ich doch mit ChatGPT selber prüfen“ – Dann tu’s doch!
Beim KI-Produktdetektiv höre ich regelmäßig: „Das kann ich doch mit ChatGPT oder Claude selber prüfen.“
Gut. Dann mach’s.
Aber genau diese Leute tun es nie. Sie wollen es vorher umsonst haben. Sie haben ein konkretes Problem. Sie wollen wissen, ob ein beworbenes KI-Tool sein Geld wert ist, aber sie sind nicht bereit, 47 Euro für ein Tool zu bezahlen, das ihnen diese Arbeit abnimmt.
Hier mal eine Rechnung:
Du überlegst, ein KI-Tool für 997 Euro zu kaufen. Das Marketing-Versprechen klingt gut. Aber hält das Tool, was es verspricht? Erfüllt es wirklich all die beworbenen Eigenschaften?
Die meisten Leute kaufen es trotzdem. Für 997 Euro. Und wenn es dann nicht funktioniert? Halten sie den Mund. Weil sie sich nicht blamieren wollen, dass sie dafür Geld ausgegeben haben.
Alternative:
Du bezahlst 47 Euro für den KI-Produktdetektiv. Du bekommst 50% Affiliate-Provision, wenn du das Tool weiterempfiehlst. Das sind 23,50 Euro zurück. Machst du das zweimal, hast du das Produkt raus. Kostenlos.
Und du hast womöglich 997 Euro nicht als Verlust deklarieren müssen, weil der Produktdetektiv dir vorher gezeigt hat, dass das beworbene Tool übertrieben oder sogar Bullshit ist.
Aber nein. Lieber 997 Euro blind ausgeben und hinterher schweigen, als 47 Euro für ein Tool zu bezahlen, das dir genau diese Fehlkäufe erspart.
Das ist diese Geiz-Mentalität. Und die ist einfach nur dumm.
Überteuert vs. Verramscht – beides ist falsch
Jetzt sagen manche: „Aber es gibt doch auch diese Coach-Abzocke mit 4- oder 5-stelligen Preisen!“
Stimmt. Und das ist das andere Extrem. Ich habe in meinem Artikel „Warum die meisten Online Business Kurse dich nicht erfolgreich machen“ ausführlich darüber geschrieben: Es gibt Coaches, die für heiße Luft absurde Summen verlangen. Die mit Hochpreis-Strategien arbeiten und den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen.
Das ist genauso falsch wie permanente Ramsch-Rabatte.
Die Wahrheit liegt in der Mitte: Ein fairer Preis für gute Qualität.
Mein KI-Produktdetektiv kostet 47 Euro. Nicht 497 Euro mit „limitiertem Launch-Preis von 47 Euro“. Sondern einfach 47 Euro. Weil das der Wert ist.
Und ich gebe 50% Affiliate-Provision. Nicht als Rabatt für Endkunden, sondern als faire Partnerschaft mit Menschen, die das Tool empfehlen. Das ist für mich ehrliche Preisgestaltung.
Was gute Preisgestaltung ausmacht
Lass mich dir sagen, wie ich über Preise denke:
1. Transparente Kalkulation Ich rechne aus, was meine Arbeit wert ist. Zeit, Expertise, Aufwand. Dann setze ich einen Preis, der das widerspiegelt. Ohne Luftnummern.
2. Keine künstliche Verknappung „Nur noch 5 Plätze frei!“ (die es seit drei Monaten gibt). „Morgen schließt das Angebot!“ (und öffnet nächste Woche wieder). Das ist Manipulation. Und ich spiele dieses Spiel nicht mit.
3. Faire Affiliate-Provision statt Rabattschlacht Lieber gebe ich 50% Provision an Partner, die mein Produkt ehrlich empfehlen, als dass ich mit Pseudo-Rabatten arbeite. Das ist nachhaltig. Das ist Wertschätzung.
4. Langfristige Kundenbindung statt Quick-Sale Ich will Kunden, die wiederkommen, weil sie meinen Content schätzen. Nicht, weil gerade Sale ist.
Und wenn’s dir zu teuer ist?
Dann kauf es nicht.
Ernsthaft.
Rabat(t)? Das ist die Hauptstadt von Marokko. Hier gibt’s den nicht.
Wenn dir 47 Euro für ein Tool, das Marketing-Bullshit entlarvt, zu viel ist, dann ist es halt so. Wenn dir ein Buch über Resilienz und Rückschläge den Preis nicht wert ist, dann lass es.
Ich bin nicht hier, um jedem zu gefallen. Ich bin nicht hier, um mit Rabatten zu locken. Ich bin hier, um ehrlichen Content zu machen, gute Produkte zu entwickeln und fair zu kalkulieren.
Und wenn das bedeutet, dass ich weniger verkaufe als die „70%-Rabatt-nur-noch-heute“-Fraktion, dann ist das eben so.
Ich schlafe besser damit.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Warum machst du keine Rabattaktionen?
Weil ich meinen Produkten von Anfang an einen fairen Preis gebe. Wenn ich dann Rabatte gebe, signalisiere ich, dass der Originalpreis überteuert war. Das will ich nicht.
2. Sind deine Produkte nicht zu teuer?
Kommt drauf an, was du als „zu teuer“ definierst. Für Schnäppchenjäger? Vielleicht. Für Menschen, die Qualität schätzen? Nein. Mein KI-Produktdetektiv kostet 47 Euro – das ist weniger als ein durchschnittliches Abendessen zu zweit. Und er hilft dir, teure Fehlkäufe bei KI-Tools zu vermeiden.
3. Was ist der Unterschied zwischen fairem Preis und Abzocke?
Abzocke ist: 5.000 Euro für ein Coaching mit leeren Versprechen. Fairer Preis ist: Transparente Kalkulation für echten Mehrwert. Der Unterschied liegt in der Transparenz.
4. Wie gehst du mit "Kann ich das günstiger haben?" um?
Gar nicht. Wenn jemand fragt, ob er einen Rabatt bekommt, ist er nicht meine Zielgruppe. Ich diskutiere nicht über Preise. Entweder du siehst den Wert – oder du kaufst woanders.
