„Das wird DAS Produkt des Jahres! Großartige Provisionen! Du musst unbedingt mitmachen!“
So klingt es, wenn wieder große Affiliate-Launches anstehen. Und du denkst dir: Diesmal. Diesmal klappt’s. Du meldest dich als Affiliate an. Du bereitest deine E-Mails vor. Du postest auf Social Media. Du gibst dir Mühe.
Dann startet der Launch. Du schickst deine Mails raus. Ein paar Klicks. Vielleicht ein Verkauf. Vielleicht auch keiner. Du checkst das Leaderboard. Die üblichen Namen stehen oben. Dreistellige Verkaufszahlen. Nach ein paar Tagen ist alles vorbei. Du hast kaum was verdient.
Was ist passiert? Hast du was falsch gemacht?
Nein. Du hast nur ein Spiel gespielt, das du nicht gewinnen kannst. Ich bin selbst durch diese Mühle gegangen. Habe mehrere tausend Euro in Online-Business-Programme gesteckt. Nicht aus der Theorie heraus, sondern aus Erfahrung kann ich dir sagen: Launches sind für die allermeisten Affiliates eine Sackgasse. Hier erfährst du, warum.
Die Mathematik, die gegen dich arbeitet
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Die großen Marketer haben Listen mit tausenden von Kontakten. Du hast hundert, zweihundert oder vielleicht sogar fünfhundert, wenn du schon länger dabei bist.
Aber selbst wenn du eintausend Kontakte hast und jemand anderes zehntausend, ist das kein Wettbewerb. Das ist Mathematik.
Wenn du eintausend Leute anschreibst und ein Prozent kaufen, machst du zehn Verkäufe. Wenn der große Marketer zehntausend Leute anschreibt und ebenfalls ein Prozent kaufen, macht er einhundert Verkäufe. Deine E-Mail kann noch so gut sein. Dein Bonus kann noch so attraktiv sein. Du wirst nicht gewinnen.
Das ist kein Vorwurf an die großen Affiliates. Das ist einfach Realität. Wer mehr Reichweite hat, macht mehr Umsatz. So funktioniert das System.
Aber das ist nur die erste Ebene. Es wird noch ungünstiger für dich.
Die Listen überschneiden sich und du bist nur einer von vielen
Hier ist etwas, das dir vielleicht schon aufgefallen ist: Wenn große Affiliate-Launches laufen, bekommst du plötzlich mehrere E-Mails zum selben Produkt. Von verschiedenen Absendern. An einem Tag. Manchmal sogar innerhalb weniger Stunden.
Das passiert, weil die Listen sich überschneiden. Dieselben Leute sind auf den Listen von vier, fünf, sechs verschiedenen Marketern. Alle bewerben denselben Launch. Alle schicken zur gleichen Zeit ihre E-Mails raus.
Und jetzt kommt der Punkt, an dem es für dich richtig ungünstig wird.
Du bist auch einer dieser Absender. Du schickst deine E-Mail raus. Aber im Posteingang deines Empfängers liegt deine Mail neben den Mails von vier anderen Marketern, die dasselbe Produkt bewerben. Und diese Marketer sind keine Unbekannten. Das sind die Namen, die immer wieder auftauchen. Die, denen die Leute schon länger folgen.
Deine Mail? Die kommt von jemandem, den der Empfänger vielleicht noch nicht mal kennt.
Was glaubst du, wessen Link geklickt wird?
Vertrauen schlägt alles und du hast es nicht
Selbst wenn deine E-Mail besser geschrieben ist. Selbst wenn dein Bonus attraktiver ist. Selbst wenn du mehr Mühe reingesteckt hast. Du verlierst. Weil der Empfänger die Entscheidung nicht rational trifft.
E-Mails verkaufen keine Argumente. E-Mails verkaufen Hoffnung. Weg vom Schmerz, hin zum Ziel. Und wenn mehrere Absender dieselbe Hoffnung verkaufen, entscheidet Vertrauen.
Der Empfänger kauft bei jemandem, den er kennt. Bei jemandem, dem er schon länger folgt. Bei jemandem, zu dem eine Beziehung besteht. Und das bist nicht du.
Die großen Affiliates haben dieses Vertrauen aufgebaut. Über Jahre. Durch regelmäßige E-Mails, durch Sichtbarkeit, durch Bekanntheit. Du hast das nicht. Noch nicht. Vielleicht irgendwann. Aber nicht jetzt.
Das heißt: Selbst wenn du und der große Affiliate dasselbe Produkt bewerbt, der Kunde kauft beim Großen. Nicht, weil dein Angebot schlechter ist. Sondern weil er den anderen kennt.
Und genau deshalb funktionieren Launches für dich nicht.
Was passiert, wenn du die Vorlagen nutzt
Jetzt wird es noch absurder. Viele kleine Affiliates nutzen die E-Mail-Vorlagen, die der Vendor zur Verfügung stellt. Sie kopieren Headlines, Struktur, Versprechen. Häufig sogar eins zu eins.
Das Problem: Der Empfänger bekommt fünf fast identische E-Mails von verschiedenen Absendern. Die erste liest er vielleicht. Die zweite löscht er. Die dritte? Bestellt er ab.
Warum? Weil es wie Spam wirkt. Weil es offensichtlich wird, dass hier nicht fünf verschiedene Leute unabhängig voneinander ein Produkt empfehlen, sondern fünf Leute dieselbe Vorlage verwenden.
Du könntest natürlich auch komplett eigene E-Mails schreiben. Aus der Masse rausstechen. Deinen eigenen Stil finden. Aber auch dann konkurrierst du gegen das Vertrauen, das du nicht hast. Du kannst die beste E-Mail der Welt schreiben. Wenn der Empfänger dich nicht kennt und gleichzeitig eine Mail von jemandem bekommt, dem er vertraut, verlierst du.
Du bist kein Teilnehmer, du bist unbezahlter Werbehelfer
Jetzt kommt der Teil, den dir niemand sagt.
Wenn du bei einem Launch mitmachst, bist du nicht wirklich Teil des Wettbewerbs. Du bist Teil der Marketingmaschine. Du erzeugst Sichtbarkeit. Du postest auf Social Media. Du schreibst Blogartikel. Du schickst E-Mails raus.
Und diese Sichtbarkeit hilft. Aber nicht dir. Sie hilft denen, die sowieso schon die Reichweite und das Vertrauen haben. Die großen Affiliates profitieren davon, dass du Werbung machst. Weil jeder kleine Affiliate, der mitmacht, für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt. Mehr Traffic. Mehr Klicks. Mehr potenzielle Käufer.
Und diese Käufer landen dann bei den Großen. Weil sie das Vertrauen haben. Weil sie die Reichweite haben. Weil sie in den überschneidenden Listen bereits präsent sind.
Du arbeitest also für die Großen. Kostenlos. Während du selbst kaum was verdienst.
Das ist keine böse Absicht. Das ist einfach die Mechanik des Systems.
Und noch etwas: Selbst wenn jemand auf deinen Link klickt, heißt das nicht, dass du die Provision bekommst. Die meisten Affiliate-Programme arbeiten mit dem Last-Cookie-Prinzip. Der letzte Klick vor dem Kauf zählt. Deshalb siehst du kurz vor Ende eines Launches noch mal eine Flut von E-Mails der großen Marketer: „Letzte Chance! Jetzt noch zugreifen!“ Sie wissen genau, dass viele Empfänger schon vorher auf andere Links geklickt haben. Aber wenn sie jetzt noch mal klicken, überschreibt das alle vorherigen Cookies. Deine Vorarbeit, ihre Provision. Es gibt zwar auch das First-Cookie-Prinzip und andere Varianten, aber Last-Cookie ist Standard. Und das spielt den Großen in die Karten.
Warum dir trotzdem jeder sagt, dass du mitmachen sollst
Jetzt fragst du dich vielleicht: Wenn das so ist, warum sagen mir dann alle, ich soll bei Launches mitmachen?
Weil die großen Marketer davon profitieren. Je mehr kleine Affiliates mitmachen, desto mehr Sichtbarkeit entsteht. Desto mehr Traffic fließt. Und am Ende landen die Verkäufe bei denen, die schon vorne stehen.
Die großen Marketer fordern ihre Affiliates aktiv auf, den Launch zu bewerben, weil große Provisionen winken. Stimmt. Für die, die schon die Reichweite haben. Für dich ist es unbezahlte Werbung.
Ich sage das nicht, um dir den Mut zu nehmen. Ich sage das, damit du verstehst, wie das Spiel funktioniert. Und damit du eine informierte Entscheidung treffen kannst.
Was du stattdessen tun kannst
Heißt das, dass du als Affiliate nie Geld verdienen wirst? Nein. Heißt das, dass Affiliate-Marketing nicht funktioniert? Auch nein.
Aber es heißt, dass Launches nicht die Strategie sind, auf die du setzen solltest.
Was funktioniert besser? Bewirb Tools oder Services, die wirklich zu deiner Zielgruppe passen. Nicht jeden Launch, nur weil angeblich große Provisionen winken. Deine Kontakte ergeben eine bestimmte Zielgruppe, die sich für entsprechende Themen interessieren. Wenn du plötzlich alles Mögliche bewirbst, verlierst du Vertrauen.
Langfristige Partnerschaften mit Tools funktionieren besser. Bei Tools wie Quentn (E-Mail-Marketing) oder FunnelCockpit (Landing Pages und Sales Funnels) schließt der Kunde ein Abo ab. Das heißt, du verdienst regelmäßig, solange der Kunde das Tool nutzt. Ich habe beide Tools selbst genutzt und getestet. Mehr dazu in meinen Artikeln über Quentn und FunnelCockpit.
Oder noch besser: Bau eigene Produkte. Ich habe zum Beispiel den KI-Produktdetektiv entwickelt, ein Tool, das Werbeversprechen über KI-Tools analysiert. Das gehört mir. Das ist nachhaltig. Das ist keine Launch-Abhängigkeit.
Bau etwas auf, das dir gehört. Etwas, bei dem du nicht darauf angewiesen bist, dass jemand anderes launcht und du in der Masse untergehst.
Wenn du bei Launches mitmachst, dann weil es zu deiner Strategie passt. Nicht, weil dir jemand erzählt hat, dass das der schnelle Weg zum Erfolg ist. Denn das ist es nicht. Zumindest nicht für dich.
Fazit: Versteh das Spiel, bevor du mitspielst
Launches funktionieren. Aber sie funktionieren für die Leute, die schon Reichweite und Vertrauen haben. Für die, deren Namen immer wieder auf den Leaderboards auftauchen. Für dich funktionieren sie nicht. Nicht, weil du schlecht bist. Sondern weil das System so gebaut ist.
Du kannst weiter mitmachen. Aber dann tu es mit offenen Augen. Versteh, dass du primär Werbung für andere machst. Versteh, dass die Leaderboards nicht das Ergebnis von Leistung sind, sondern von Reichweite und Vertrauen. Versteh, dass deine Energie wahrscheinlich woanders besser investiert ist.
Und dann entscheide selbst. Ob du deine Zeit weiter in ein Spiel steckst, das du strukturell nicht gewinnen kannst. Oder ob du stattdessen etwas aufbaust, das wirklich dir gehört.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Haben kleine Affiliates bei Launches eine Chance?
Strukturell nicht. Große Affiliates haben tausende Kontakte und bestehendes Vertrauen bei ihrer Zielgruppe. Mathematisch kannst du als kleiner Affiliate nicht mithalten, selbst wenn deine E-Mails besser sind.
2. Lohnen sich Affiliate-Launches für Anfänger?
Nein. Als Anfänger machst du primär kostenlose Werbung für die großen Affiliates, die bereits Reichweite und Vertrauen haben. Die Verkäufe landen bei ihnen, während du kaum etwas verdienst.
3. Was kann ich statt Affiliate-Launches machen?
Bewirb nur Tools und Services, die wirklich zu deiner Zielgruppe passen, nicht jeden Launch. Langfristige Partnerschaften mit Produkten, die du selbst nutzt, oder eigene digitale Produkte funktionieren nachhaltiger als Launch-Abhängigkeit.
